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Aug 262012
 

Während dieser Blog hier immer noch Baustelle ist, nehmen die VOK-Veranstaltungen langsam Fahrt auf!                                                                                                                                                                                                       Heute auf dem Prüfstand: Chop Suey und Cappuccino-Mousse mit Glühpunsch-Birne. Wieder in Schöneweide, wieder bei Nico.

Immer eine Reise wert: Nicos Cappuccinomousse mit Glühpunschbirne.

Wo wir gerade bei Fahrt sind: Ich muss meine Meinung von letzter Woche revidieren: Schöneweide gehört in jeden Reiseführer! Nicht, dass es dort so schön ist, dass ich mir ein Wochenendhaus kaufen würde. Aber frei nach dem Motto „der Weg ist das Ziel“, ist jede „Reise“ dorthin ein Erlebnis für sich. Ohne Zwischenfall geht Nichts und wer S-Bahnfahren in Berlin schon liebt, der wird der Deutschen Bahn dankbar sein für diese kleine Wunder im Außenbezirk. Wer braucht schon Abfahrtszeiten, Ankunftsorte und Schienenersatzverkehr? Nahezu meditativ lässt die Bahn einen werden, wenn man wartet und wartet und …sich irgendwann so langweilt, dass man selbst das Gehirn abschaltet. Die Fahrten nach Schöneweide werden somit zu einem Trip in uns selbst.  Ziel: Einklang zwischen sich und der Welt. Innerer Seelenfrieden.

Blindes Vertrauen kann auch ein Weg zum Glück sein. Fragt sich nur, ob das bei meiner Kochkunst so glücklich für die Anderen endet…

Ich trete also meine gewohnte Reiserute an und steuere zielstrebig meinen Meditationsort an, als ich hinterrücks von ein paar Jugendlichen auf meiner Tour zum Ich gestört werde. Schräg gegenüber zanken sich einige junge Leute mit einer Teenagerin über die Lautstärke der Musik, die aus einem Minilautsprecher in ihrer Nähe dröhnt. Mit der Ruhe ist es vorbei. Und mit meiner inneren erst Recht. Überspringen wir den Teil, in dem ich mich jetzt über die Jugend von heute aufrege. Bringt im Generellen eh Nichts und im Nachhinein schon dreimal nix. Erwähnen sollte ich allerdings, dass es am Ende die Freunde des Mädchens selbst waren, die um Ruhe gebeten haben. War ihnen wohl doch zu peinlich auf Dauer. Oder es war die heilende Kraft der Bimmelbahn. Ausgestiegen sind sie, wen wundert es, Bahnhof Schöneweide.   Wie sollte ich jetzt meinen spirituellen Weg fortsetzten?  Da konnte ich nur noch auf eine Eingebung beim Kochen hoffen. Wie gut, dass auf dem heutigen Programm etwas Asiatisches stand. Wie soll man zur Erleuchtung kommen, wenn nicht Reis und Soja im Inneren rumgrummeln?

Chop Suey!

Guru Nico nahm auch so gleich das Zepter, pardon, den Kochlöffel in die Hand und dirigierte uns mit der Gelassenheit eines Küchengroßmeisters durch die schwierigen Aufgaben des Fleischfiletierens und des Brokkolischneidens. Und wen stört es bei solch Harmonie, dass die restliche Gäste etwas auf sich warten ließen. In Schöneweide sind 20 Minuten eben schon mal eine Stunde.

Zur gemeinsamen Suche nach dem Om hatten sich heute Anna, Rihards, Nico und Caro versammelt, die ihr alle schon vom letzten Mal kennt. Neu hinzugekommen ist Sophie, die wir für unsere Idee begeistern konnten!

Zen Nico

Sensei Nico demonstriert seine fließenden Küchenbewegungen.

Mag es nun an der jogaähnlichen Wirkung der Deutschen Bahn oder einfach nur an unseren gegenseitigen Sympathien gelegen haben, während das Chop Suey im Wok vor sich hin brutzelte und blubberte, erzählten wir uns so manche intime Geschichte und lachten gemeinsam über so einige peinliche Storys aus der Vergangenheit.

Brokkol ist die Trendblume des Sommers und darf in keinem Hochzeitsstrauß fehlen!

Neue Freundschaften wurden geschlossen (und leider gleich wieder auseinander gerissen, der Brokkoli wurde per Dolchstoß ermordet!), andere entdeckten im Cappuccinomouse ihre neue große Liebe und die Schönheit possierlich aufweichender Glasnudeln.

Selten war Liebe, die durch den Magen geht, so lecker.

Wenn ich heute Eines gelernt habe, dann, dass VorOrt zu Kosten mehr als nur einmal schnell irgendwo umsonst essen ist. Gut, hatte ich auch nicht vor, aber es ist schön, sich nicht nur selbst bestätigt, sondern auch andere überzeugt zu sehen. Und das hat nichts mit Schöneweide oder der Deutschen Bahn zu tun. Essen ist Genuss, aber erst, wenn man ihn teilt, wird man sich bewusst, wie schön auch das gemeinsame Schaffen sein kann. Es steht jedem frei, ob er nun mit Joga, der Kirche, germanischen Bräuchen oder der Berliner S-Bahn seinen Seelenfriede finden will.Man sollte nur in all dem Streben nach dem vollkommen anmutenden Endergebnis nicht die kleinen Glücksmomente vergessen, die unser Leben pflastern. VorOrtKoster für mich so ein Moment. Es ist Glückskeks und Trostpflaster in Einem. Und ich freue mich schon darauf, dass endlich mit euch teilen zu können!

Glück

Glück ist nicht immer offensichtlich. Manchmal versteckt es sich!

 

 Posted by at 22:47

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